Krisen und Krisenintervention bei Menschen mit Intelligenzminderung
Menschen mit Intelligenzminderung verfügen über eine erhöhte Vulnerabilität sowie eine verminderte Stresstoleranz und ein reduziertes Repertoire an Coping-Strategien. Werden die Grenzen der Belastbarkeit überschritten, so resultieren zuweilen Krisensituationen mit aggressiven Durchbrüchen. Ursache ist Stress. Nicht zuletzt sind wir Mitarbeiter*innen diejenigen, die Stress erzeugen, Anforderungen nicht Personen spezifisch formulieren und dem individuellen Leistungsniveau sowie emotionalem Entwicklungsstand anpassen und umsetzen.
Um mit diesen Situationen umgehen zu können, müssen den Mitarbeiter*innen die individuellen Defizite, Stärken, Vorlieben, Lebensthemen und Ressourcen der Klient*innen stets präsent sein. Andererseits kann eine erhöhte Vulnerabilität und Sensibilität auf Stress auch immer Symptom einer beginnenden körperlichen oder psychischen Erkrankung sein, die uns zunächst nicht offenbar scheint.
Resultat können extreme Situationen und massive Eskalationen sein und an das unmittelbar beteiligte soziale Umfeld und Helfersystem außerordentliche Herausforderungen stellen. In derart besonderen Situationen ist die eigene emotionale Beteiligung der Mitarbeiter*innen zu berücksichtigen. Dabei spielen umstandsbedingte nachvollziehbare Ängste und Unsicherheiten eine wichtige Rolle und beeinflussen unmittelbar Entscheidungen für das eigene und situationsbedingte Handeln.
Heißt kurzum, das Thema Stressbewältigung obliegt beiden Seiten und einer deutlich erhöhten Sensibilität des Miteinanders im professionellen, zwischenmenschlichen und gleichwertigen Handeln sowie dem bewussteren Umgang mit unseren Entscheidungen in alltäglichen und außerordentlichen Situationen.
Umso wichtiger ist es, massive Eskalationen retrospektiv auszuwerten.
Dabei sollte es nicht um die Erfassung möglicher Defizite einzelner Akteure gehen. Eher geht es um die Erkennung von Risiko- und Beeinflussungsfaktoren und einer daraus resultierenden Optimierung zukünftiger Interventionen. Da eine ausgeprägte Krisensituation auch immer eine Belastung der Mitarbeiter*innen und eine Konfrontation mit deren eigenen Ängsten und Unsicherheiten darstellt, kann eine solche Analyse auch der Aufarbeitung einer Krise im Team und der Wiedererlangung von dessen Sicherheit im Umgang mit künftigen Ereignissen dienen.
Somit ergeben sich dringende Fragen:
- Wie viel Nähe oder Distanz braucht ein Mensch wenn er Stress erlebt?
- Wie dürfen Professionelle mit dem eigenen Stress in schwierigen Situationen des beruflichen Alltags umgehen?
- Muss man als Mitarbeiter*in alle Bedürfnisse befriedigen?
- Wo liegen die eigenen Grenzen?
Ansatzpunkte für mehr Klarheit und Sicherheit im täglichen Umgang mit Betroffenen sind nicht nur Einstellungen und Verhalten der einzelnen Fachkräfte, sondern auch deren Kooperation untereinander und die konsequente Gestaltung der institutionellen Rahmenbedingungen.
Schwerpunkte:
- Was führt bei diesem Personenkreis zu Stressentwicklung?
- Differenzialdiagnostische Abklärung zu anderen ähnlichen Störungsbildern oder ähnlichen herausforderndem Verhalten
- Balance von Nähe und Distanz
- Reflexion der Rollen- und Beziehungskonflikte, Verständnisschulung
- Kooperation und Haltung im Team, Gestaltung von äußeren Strukturen
| Kursnummer | 26-012 |
| Beginn | Mo., 21.09.2026, um 08:30 Uhr |
| Ende | Di., 22.09.2026, 16:30 Uhr |
| Dauer | 2 Termine |
| Kursort | Goerdtstr. 47, 44803 Bochum |
| Kursleitung |
Christian Feuerherd
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| Entgelt | 230,00 €
für Mitarbeitende des Johanneswerks (AH/TH): 0,00 € |
| Zielgruppen | Führungskräfte,Fachkräfte, Betreuungskräfte und Hilfskräfte aus den Teilhabeleistungen Wohnen und Arbeit. |
| Sachbearbeitung | Silke Bünger |
Kurstermine 2
| Nummer | Datum | Ort |
|---|---|---|
| 1 | Montag • 21.09.2026 • 08:30 - 16:30 Uhr | Bochum, Goerdthof |
| 2 | Dienstag • 22.09.2026 • 08:30 - 16:30 Uhr | Bochum, Goerdthof |